1. Petrus 1,13
Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi. 1. Petrus 1,13
Ich traute meinen Augen nicht, als ich folgende Überschrift in einer Zeitschrift las: „Positive Energie durch negatives Denken“. Hat man uns doch immer wieder belehrt: „Denke positiv!“ – „Du schaffst es!“ – „Gib niemals auf!“ Nur so könne man den Kampf des Lebens gewinnen.
Nun soll das alles doch nicht wahr sein. Ein „gesunder Pessimismus“ und ein „ungeschminkter Bezug zur Wirklichkeit“ sollen besser sein. Man habe die Leute zum Erfolg angefeuert und im Fall von Enttäuschung im Stich gelassen. Also soll jetzt das Gegenteil richtig sein. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass manche Beweisführung in dem Artikel nicht verkehrt ist. Aber was ist denn nun richtig?
Als gläubige Menschen sehen wir unser Leben weder optimistisch noch pessimistisch, auch keinesfalls als Frucht unserer eigenen Anstrengungen. Für unsere innere Haltung zum Leben gibt uns der Apostel Petrus drei wichtige Ratschläge. „Umgürtet die Lenden eures Gemüts!“ In der Antike war es nötig, die langen Gewänder aufzuschürzen, sonst hätten sie beim Gehen und Arbeiten gehindert. Darum umgürtete man seine Lenden und steckte die Zipfel des Gewandes unter den Gürtel. Wenn die „Lenden des Gemüts“ umgürtet werden sollen, dann heißt das, alle flatterhaften Gedanken, Phantastereien und unkonzentriertes Denken in den Griff zu bekommen. Wir haben die erstaunliche Gabe, uns selbst zu beurteilen und zu sagen: „Weg mit diesen Ideen!“
Damit eng verbunden ist der zweite Ratschlag: „Seid nüchtern!“ Das heißt: Beurteilt die Lage sachlich, nicht von Emotionen gefärbt und von Vorurteilen gefälscht.
Der dritte Rat ist umfassend: „Setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade!“ Schon bei der Beherrschung unseres Gemüts können wir in Schwierigkeiten geraten, wenn wir merken, wie wir mit uns selbst nicht fertigwerden. Aber wir haben ein wunderbares Angebot: die Gnade, die uns in der Offenbarung Jesu Christi angeboten wird. Hier ist Hilfe und Zuflucht! Seine Liebe zu uns umfasst die Fürsorge für jeden Tag unseres Lebens. Wir müssen nicht erst argumentieren und fragen: Werde ich selbst mit dieser Sache fertig oder nicht? Es ist von vornherein klar, dass wir auf die Kraft Gottes angewiesen sind. Wer es recht erfasst, erkennt darin den Frieden und die Geborgenheit, die ein Leben mit Jesus Christus vermittelt.
Konrad Edel / © Advent-Verlag Lüneburg – mit freundlicher Genehmigung

