Friday, July 30, 2010

Propheten können irren – wirklich?

Januar 26, 2009 von Martin Haase  
Gespeichert unter Kommentar

Ein Kommentar zur Studienanleitung über „Das Geheimnis der Inspiration“ vom 25.-31. Januar 2009

Im Studienheft zur Bibel 1/2009, EUD-Ausgabe, findet sich auf Seite 42 in einem Exkurs über „Die menschliche Begrenztheit eines göttlichen Werkzeugs“ folgende Behauptung: „Ein Beispiel für einen offensichtlichen Irrtum war die auch von Ellen White vertretene Auffassung, einige menschliche Rassen seien aus der geschlechtlichen Vereinigung von Mensch und Tier hervorgegangen (Spiritual Gifts, Bd. 3, 64. 75). Als Kind ihrer Zeit übernahm sie manchmal auch irrige Ansichten, die sich aber als nebensächliche Bemerkungen in ihrem Gesamtwerk erweisen.“ Manche Leser haben sich über diese Sätze gewundert und gefragt, ob Ellen White tatsächlich diese Vorstellung geteilt hat, die aus heutiger Sicht nicht vertretbar ist und zudem Fragen nach der Zuverlässigkeit ihrer Aussagen aufwirft. Was wollten die Mitarbeiter im Arbeitskreis Bibelschule mit diesem „Beispiel für einen [angeblichen] offensichtlichen Irrtum“ erreichen? Lassen sich Ellen Whites Aussagen nicht auch anders deuten?

Es gibt in der Tat eine andere Lesart dieser Sätze über die „geschlechtliche Vereinigung von Mensch und Tier“ (Engl.: amalgamation). Sie findet sich erstmals bei George McCready Price („The Problem of Hybridization“, Ministry, April 1931, 13f) und wurde von Francis D. Nichol in seinem Buch Ellen G. White and Her Critics ausführlich dargelegt (Takoma Park, Washington, DC: Review and Herald Publ. Assn., 1951, S. 306-322). Doch hatte bereits 1948 Harald W. Clark in einem unveröffentlichten Aufsatz diesen Deutungsversuch als unhaltbar zurückgewiesen; die ausführliche Begründung dafür lieferte 1982 Gordon Shigley („Amalgamation of Man and Beast: What Did Ellen White Mean?“ Spectrum 12:4, Juni 1982, S. 10-19). Beide verwiesen auf Uriah Smith, der schon 1868 eine andere Erklärung lieferte, die offenbar die Zustimmung von James und Ellen White erhalten hatte (Review & Herald, 25.08.1868). Vgl. Arthur N. Patrick, „Does our past embarrass us?“ Ministry, April 1991. (Weitere Einzelheiten & eine ausführliche Begründung dieser Position findet sich unter der Rubrik Ellen G. White!)

Damit stehen sich zwei unterschiedliche Auffassungen gegenüber: Die eine löst das Problem durch eine sprach-lich-inhaltliche Umdeutung der anstößigen Sätze, die andere betrachtet diese Sätze als unzutreffend, ohne jedoch die prophetische Rolle Ellen Whites damit in Frage zu stellen. Doch passen Inspiration und Irrtum zusammen? Wie hat Ellen White selbst über ihre Irrtumslosigkeit bzw. Irrtumsfähigkeit gedacht? Auf Seite 77 der Studienan-leitung finden sich dazu einige Zitate, die auch auf die Frage der amalgamation anwendbar sind. Bemerkenswert ist der folgende Beschluss der Generalkonferenz-Vollversammlung von 1883: „Wir glauben, dass das Licht, das Gott seinen Dienern gab, zur Erleuchtung des Verstandes führte, in der die Gedanken mitgeteilt wurden und nicht (außer in seltenen Fällen) die Worte selbst, mit denen die Ideen ausgedrückt werden sollten.“ Damals war die Vorstellung unter Siebenten-Tags-Adventisten verbreitet, dass der Heilige Geist das Einfließen menschlicher und irriger Auffassungen in einen inspirierten Text verhindere. Demgegenüber erklärten die Delegierten, dass die menschliche Begrenzheit eines Propheten beim Schreiben nicht ausgeschaltet ist und deshalb eine inhaltliche Korrektur der Schriften Ellen Whites im Bedarfsfall durchaus erfolgen kann – und auch mehrfach erfolgt ist.

Die Prophetin selbst erklärte dazu 1886: „Die Bibel wurde von inspirierten Menschen geschrieben, aber es ist nicht die Art, wie Gott seine Gedanken ausdrückt [wörtl.: Gottes Denk- und Ausdrucksweise], sondern wie es Menschen tun. Nicht Gott als Autor wird dargestellt. Menschen werden oft sagen, ein solcher Ausdruck sei nicht göttlich. Aber Gott hat sich in der Bibel nicht in Worten, Logik und Rhetorik einem Test [wörtl.: einer Prüfung, einem Gerichtsverfahren] unterziehen wollen. Die Autoren der Bibel waren Gottes Schreiber, nicht seine Feder.“ (Für die Gemeinde geschrieben: Ausgewählte Botschaften von Ellen G. White, Bd. 1, S. 20,21)

Es war und ist das Anliegen der Mitarbeiter im Arbeitskreis Bibelschule, ein möglichst zutreffendes Bild des prophetischen Wirkens von Ellen G. White zu vermitteln. Dazu gehört die Anerkennung ihres prophetischen Auftrags ebenso wie die Einsicht in ihre menschlichen Begrenzungen. Manche irrigen Auffassungen hat sie bereits zu ihren Lebzeiten korrigiert (bspw. die Lehre von der geschlossenen Tür, die Zeit des Sabbatbeginns, die Nichtbeachtung von 3. Mose 11), anderes ist der Gemeinde, die sie 70 Jahre lang entscheidend mitgebaut hatte, erst nach ihrem Tod klar geworden. Dazu gehört auch die Vorstellung von der geschlechtlichen Vereinigung von Mensch und Tier und deren Folgen. Dass Ellen White einige irrige Auffassungen vertrat, schmälert ihre gott-gegebene prophetische Rolle in keiner Weise. Eher erfüllt es uns mit Dankbarkeit für die vielen Segnungen, die ihr Leben und Wirken für die Gemeinde gebracht hat – bis heute. Wir achten und ehren sie, indem wir ihre Schriften weder gering schätzen noch absolut setzen, sie weder ignorieren noch idealisieren, sondern indem wir „die menschliche Begrenztheit eines göttlichen Werkzeugs“ anerkennen und und Gott für seine „Botin“ danken!

Rolf J. Pöhler, Dozent in Friedensau und Gutachter im Arbeitskreis Bibelschule

Kommentare

2 Antworten zu “Propheten können irren – wirklich?”
  1. Heinrich Frese sagt:

    2. Das Beispiel für einen offensichtlichen Irrtum:
    Angeblich hat EGW die “Auffassung (vertreten), einige menschliche Rassen seien aus der geschlechtlichen Vereinigung von Mensch und Tier hervorgegangen . (Spiritual Gifts, 3/64)
    :
    “But if there was one sin above another which called for the destruction of the race by the flood, it was the base crime of amalgamation of man and beast which defaced the image of GOD, and caused confusion every-where. GOD purposed to destroy by a flood that powerful, long-lived race that had corruptedt their ways before him.”

    Was bedeutet das Word “Amalgamation”?
    “Gewinnung von Gold und Silber aus Erz durch Einsatz von Quecksilber.” Wissen Media Verlag/Gütersloh I/237.
    “Die Amalgamation von Quecksilber mit Silber.” Webster, 1994.

    “Das Wort wurde niemals gebraucht, um die verwerfliche Tat des Beischlafs von Mensch mit Tier zu bezeichnen. Kein Wörterbuch, das uns zur Verfügung stand, auch nicht das erschöpfende “Oxford English Dictionary”, zeigt an, dass der Ausdruck jemals gebraucht worden ist, um diese Tat zu beschreiben. Es gibt ein anderes englisches Wort, dass korrekt gebraucht werden kann, um solch einen Beischlaf zu beschreiben. Hauptsächlich ist das Wort “Amalgamation” immer gebraucht worden, um die Verschmelzung gewisser Metalle, besonders Quecksilber mit anderen Metallen, zu beschreiben, und in Erweiterung die Fusion von menschlichen Rassen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es in den USA allgemein gebraucht, die Ehe zwischen der weißen und der Neger-Rasse zu beschreiben.
    Die lange Bedeutung des Schlüsselwortes “amalgamation” zur Benennung der Vermischung der Rassen sollte entscheidend sein in der Auslegung des fraglichen Abschnittes. Die Last des Beweises ruht auf denen, die behaupten, dass Mrs. White dem Wort eine neue und fremde Bedeutung gab.
    Der gesamte Inhalt von Mrs. White Schrifttum bildet ein starkes Zeugnis gegen die Behauptung, dass sie hier ernstlich antike Mythen über unnormale Mensch-Tier-Nachkommen präsentiere. Ihr Schrifttum ist nicht befleckt mit fantastischen Fabeln der Vergangenheit…

    Was bedeutet das Wort?
    Die “harte Nuß” dieses Abschnittes ist dieser Satz: “Amalgamation von Mensch und Tier.”
    Der Satz könnte so konstruiert werden, dass er bedeutet: Amalgamation von Mensch mit Tier, oder Amalgamation von Mensch und von Tier. In einer Konstruktion wie dieser ist das Verhältniswort “von” nicht unbedingt zu wiederholen, da es deutlich eingeschlossen sein kann. Wir können von der Zerstreuung von Mensch und Tier über die Erde sprechen, aber wir meinen damit nicht, dass zuvor Mensch und Tier zu einer Masse verschmolzen an einem geogaphischen Punkt zusammenkommen. Wir meinen einfach damit die Zerstreuung von Menschen über die Erde und die Zerstreuung der Tiere über die Erde…
    Wir glauben, dass die Bedeutung des in Frage stehenden Wortes durch die folgende Lesart gefunden ist: ‘Die Amalgamation von Mensch und (von) Tier.’ So spricht der Abschnitt von der Vermischung von verschiedenen Menschenrassen und der Vermischung von verschiedenen Rassen von Tieren. Die grammatische Konstruktion und der alltägliche Gebrauch erlauben uns, das zweite Wort ‘von’ als eingeschlossen zu verstehen.”
    (Ellen G. White and Her Critics. Francis D. Nichol, RH, 1951, P 306-8).

    3. Die Tatsache, dass EGWhite und die Adventgläubigen noch 1858 die Frage nach dem Verzehr von Schweinefleisch als unwichtig ansahen, fünf Jahre später aber der Verzicht darauf Bestandteil der gesunden Lebensweise adventistischer Christen wurde – spricht nicht gegen die Tatsache, dass EGWhite eine wahre Prophetin Gottes ist! Warum?
    Ein Prophet weiss nicht mehr als seine Mitmenschen, es sei denn, Gott offenbare es ihm! 2Kön 4,27: Elia u. Sunamitin. #

    Die Resultate von Amalgamation
    Aber genügt die Vermischung von unterschiedlichen Menschenrassen und die Vermischung von unterschiedlichen Spezies von Tieren, um die Beschreibung des bösen Charakters von Amalgamation und die Ergebnisse, die darauf folgten, zu erfüllen.?
    Wir wollen zuerst auf die Amalgamation (Vermischung) von Menschenrassen unseren Blick richten.
    Erinnere Dich noch einmal des zuerst angeführten Zitats aus Spiritual Gifts, Bd. 3, 64, und achte auf die Charakteristiken von Amalgamation:
    1. Es war die “Sünde über andere, welche die Zerstörung der Rasse durch die Flut forderte.”
    2. Es “entstellte das Bild Gottes und verursachte überall Verwirrung.”
    3. “Diese mächtige, langlebige Rasse … hatte ihren Weg vor ihm verderbt.”

    Zwei unterschiedliche Gruppen von menschlichen Wesen sind dargestellt am Anfang des Kapitels, das die Aussage über Amalgamation enthält. Es trägt die Überschrift: “Die Verbrechen vor der Flut:”
    1) “Die Nachkommen von Seth”, 2) und “die Nachkommen von Kain.”

    Diese beiden Gruppen unterschieden sich in zweifacher Weise:
    1) Die erste Gruppe “fühlte den Fluch nur leicht.”
    2) Die zweite Gruppe, “die sich von Gott abwandte und seine Gesetze mit Füßen trat, fühlte die Auswirkungen des Fluches schwerer, besonders in Bezug auf die Statur und edle Erscheinungsform.”

    “Die Nachkommen Seths wurden die Söhne Gottes genannt – die Nachkommen von Kain die Söhne von Menschen.”
    Hier werden zwei Rassen dargestellt, die sich in Moral und körperlichen Merkmalen unterschieden.
    Darauf folgen unmittelbar diese Worte: “Als die Söhne Gottes sich mit den Söhnen der Menschen vermengten, wurden sie verderbt, und durch Heirat untereinander verloren sie durch den Einfluß ihrer Frauen ihren besonderen, heiligen Charakter, und vereinigten sich mit den Söhnen Kains in ihrem Götzendienst.” – P. 60.61.

    Sodann folgt eine Beschreibung ihres bösen Götzendienstes, besonders ihre entehrende Hingabe an Gold und Silber und andere materiellen Dinge, die sie besaßen und zu sündigen Zielen missbrauchten. Mrs. White: “Sie verdarben sich selbst mit den Dingen, die Gott für der Menschen Wohl gegeben hatte.” P. 63.

    Von der Beschreibung des Götzendienstes wandte sie sich der Polygamy zu und schrieb: “Je mehr Frauen sich die Männer nahmen, umso mehr nahm ihre Bosheit und ihr Unglück zu.” P. 63.

    Auch in diesem kurzen Kapitel finden wir genug Unterstützung für die Aussage, dass das Gericht einer Flut über die Menschen kam wegen der Vermischung (Amalgamation) der Menschenrassen.

    Zwei Rassen sind dargestellt. Die Vermischung der beiden Rassen führt zur Verderbnis und zum Götzendienst, und zur Polygamy (Vielehe). Diese führt zur Vermehrung der Verderbnis und Bosheit. Der betreffende Absatz sagt, dass Gott die Flut herbeiführte, weil Menschen “ihren Weg vor ihm verdorben hatten.”

    Das Bild Gottes entstellt
    Wir werden jetzt parallele Abschnitte in Mrs. White Schrifttum betrachten.
    In “Patriarchen und Propheten”, wo sie noch umfassender über das Thema schreibt, spricht sie auf diese Weise von den Nachkommen der Söhne Seths und Kains:

    “Eine Zeitlang hielten sich die beiden Klassen voneinander fern. Das Geschlecht Kains breitete sich von seinem ersten Wohnort über die Ebenen und Täler aus, wo zuvor die Kinder Seths wohnten. Diese wiederum zogen sich in die Berge zurück, um dem verderblichen Einfluß
    der Kainiten zu entgehen. Solange diese räumliche Trennung bestand, pflegten die Nachkommen Seths einen reinen Gottesdienst. Aber im Laufe der Zeit wagten sie, Verbindungen mit den Talbewohnern einzugehen. Das hatte die schlimmsten Folgen.
    „Da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren.“ 1. Mose 6,2.
    Die jungen Kainitinnen fesselten Seths Söhne so sehr, dass sie sich mit ihnen verheirateten, ohne zu bedenken, wie sehr dies Gott missfiel. Viele Anbeter Gottes erlagen den Verlockungen, die sie jetzt ständig vor Augen hatten. Sie ließen sich zur Sünde verleiten und verloren ihr besonderes, heiliges Gepräge, wurden in Gesinnung und Tun diesen sittlich Verdorbenen ähnlich. Sie kannten kein siebentes Gebot mehr „und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten.“ 1. Mose 6,2.

    Die Kinder Seths gingen „den Weg Kains“ (Judas 11). Nur noch auf irdischen Wohlstand und weltliches Vergnügen bedacht, vernachlässigten sie allmählich Gottes Gebote. PP 59/60.

    Hier zeichnet Mrs. White ein Bild von sich anhäufender Bosheit, die in der Flut ihren Höhepunkt erreicht, und großenteils durch die Amalgamation der Rasse des Kains und der “Kinder des Seth” hervorgerufen ist.
    Wir gebrauchen das Wort “Amalgamation” in seiner korrekten Wörterbuchbedeutung und gemäß des allgemeinen Gebrauchs in der Zeit, in der Mrs. White schrieb – die eheliche Verbindung unterschiedlicher Menschenrassen.

    Weiter erklärt Mrs. White in PP, S 313:
    “Sehr früh wurde die Vielehe üblich. Sie gehörte zu den Sünden, die
    den Zorn Gottes über die vorsintflutliche Welt herabriefen. Doch war
    sie auch nach der Sintflut weit verbreitet. Es war Satans wohldurchdachtes Bestreben, die Ehe als Stiftung zu verderben, ihre Verbindlichkeit abzuschwächen und ihre Heiligkeit herabzusetzen. Es gab keinen zuverlässigeren Weg, das Ebenbild Gottes im Menschen zu entstellen und damit dem Elend und Laster Tür und Tor zu öffnen.”

    In einem Kommentar über die Geschichte Israels bemerkt sie: “Die eheliche Verbindung mit Heiden wurde zu einer allgemeinen Praxis… Der Feind freute sich über den Erfolg, das göttliche Bild aus den Gedanken der Menschen, die Gott als seine Repräsentanten erwählt hatte, auszulöschen.” FCE P 499.

    Und hier ist noch eine Aussage: “Unheilige Ehen der Söhne Gottes mit den Töchtern der Menschen führten zum Abfall von Gott und endeten in der Zerstörung der Welt durch eine Flut.” 5T, P 93.

    Parallele Abschnitte zusammengefasst
    Lasst uns zusammenfassen: Das Ergebnis des Niedergangs der ehelichen Einrichtung, besonders die eheliche Verbindung der Kinder Gottes mit den Heiden, verursachte die “Entstellung des Bildes Gottes im Menschen.”

    Ferner führten “unheilige Ehen der Söhne Gottes mit den Töchtern der Menschen” die Menschen unwiderstehlich in die Zunahme von Ungerechtigkeit und Frevel, “welche in der Zerstörung der Welt durch eine Flut endete.”

    Setze das Wort “Amalgamation” für Ehe in obigen Zitaten ein und beachte die erstaunliche Parallele zu der folgenden Aussage in dem ersten Absatz:

    “Das böse Verbrechen von Amalgamation zerstörte das Bild Gottes”, und “Gott beabsichtigte, durch eine Flut die mächtige, langlebige Rasse zu verderben, die ihren Weg vor ihm verdorben hatte.”

    In keinem der parallelen Abschnitte, die wir zitiert haben, oder in irgendeinem anderen, der zitiert werden könnte, spricht Mrs. White von dem Beischlaf von Mensch mit Tier als ein Merkmal des sehr verkommenen Bildes der vorsintflutlichen Bosheit, die die Flut herbeiführte. Ganz im Gegenteil, es scheint, dass sie von ehelichen Verbindungen der Rassen des Kains und des Seths spricht, und dies ein unausweichlicher Weg von Götzendienst, Polygamy und verwandten Übeln ist, als Ursache der Flut.

    Alle diese Aussagen harmonieren mit dem am Anfang zitierten Absatz:
    “Als die Söhne Gottes sich mit den Söhnen der Menschen vermengten, wurden sie verderbt, und durch Heirat untereinander verloren sie durch den Einfluß ihrer Frauen ihren besonderen, heiligen Charakter, und vereinigten sich mit den Söhnen Kains in ihrem Götzendienst.” – P. 60.61.

    Wie bereits gesagt, folgt dieser Einführung zum Kapitel “Verbrechen vor der Flut” eine Schilderung des Götzendienstes, der zügellos wurde, der Leugnung Gottes, des Diebstahls, der Polygamy, des Mordens von Menschen und der Zerstörung tierischen Lebens. Darauf unmittelbar der entsprechende Abschnitt, gleichsam ein Zusammenfassung: “Aber wenn es eine Sünde über andere Sünden gibt, welche die Zerstörung der Rasse durch die Flut hervorrief, dann war es das böse Verbrechen von amalgamation (Vermischung) von Mensch und Tier, die das Bild Gottes entstellte und überall Verwirrung anrichtete.”

    Ein offensichtlicher Stolperstein, die Auslegung dieses Abschnittes als eine eheliche Vermischung von Menschenrassen und der Kreuzung von unterschiedlichen Spezies von Tieren anzunehmen, ist der Satz: “Amalgamation von Mensch und Tier, welche das Bild Gottes entstellte.” Wie könnte die Kreuzung von Tieren dies tun?

    Wir wollen noch mehr auf das achten, was sie sagte. Zwei Resultate folgen der “amalgamation von 1) Mensch und 2) Tier”: Es 1) “entstellte das Bild Gottes,” und 2) “verursachte es überall Verwirrung.” Wir haben gesehen, wie die Ehe, die Amalgamation, der Menschenrassen untereinander das erste Ergebnis hervorbrachte. Warum könnten wir nicht korrekt erkennen, dass die Amalgamation von Rassen oder Spezies von Tieren das zweite Ergebnis bewirkte, das ist “überall Verwirrung”? #

  2. g.svrcek-seiler sagt:

    Na ja, warum als Beispiel gerade die emotionsgeladene Amalgamation, über welche (“Historisch”) Wikipedia einiges weiss, bezüglihch der übertragenen Bedeutung / Verwendung des Begriuffes ehedem.

    Da gibt es den “Appeal to Mothers” 1864- eine Darlegung der Verursachung aller möglicher Krankheiten mit “I saw – I was shown – I heard” samt der mitigerten Version von 1870 (“Appeal to Mothers” in der Broschüre ” A Solemn Appeal” mit einer bemerkenswerten Textänderung – - -)

    (Habe ich als Photo – Reprint der Originalausgaben von Leaves-of Autumn-Books, Payton, Arizona)

    Si tacuisses – - (Wenn du gecshwiegen hättest – - ) sagte schon ein alter Römer.

    GSS

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