Friday, July 30, 2010

2. Samuel 7,17.18

Januar 27, 2009 von ALT  
Gespeichert unter Andacht

Als Nathan alle diese Worte und dies Gesicht David gesagt hatte, kam der König David und setzte sich vor dem HERRN nieder und sprach: „Wer bin ich, Herr HERR, und was ist mein Haus, dass du mich bis hierher gebracht hast?“ 2. Samuel 7,17.18
Hat es dir schon einmal die Sprache verschlagen? Musstest du dich einfach hinsetzen, weil das Erlebte dich schlichtweg überwältigt hat? Gerade die Momente, in denen uns große Bewunderung entgegengebracht wird, weil wir etwas Außergewöhnliches geleistet haben. Und doch spürtest du irgendwie, dass dies eigentlich gar nicht die wirklich bedeutsamen Augenblicke deines Lebens waren. Was zählt denn wirklich? Nicht das, was du aus eigener Kraft geleistet und vollbracht hast, sondern vielmehr die Momente, wo du einfach um deiner selbst willen geliebt und geachtet wurdest.
Diese Erfahrung machte auch König David. Er hatte tatsächlich Großes geleistet und wurde von allen bewundert. Die Feinde rundherum waren besiegt; David wurde mit Ruhm und Reichtum überhäuft, wohnte in einem Palast – und wollte nun seinem Gott ein noch herrlicheres Haus bauen. Da ließ ihm Gott durch den Propheten ausrichten: Nein, nicht du baust mir ein Haus, sondern ich will dir ein ewiges Haus bauen; du bist der Anfang eines königlichen Geschlechts, das ewig dauert! David war so beeindruckt, er musste sich erst einmal hinsetzen.
Nirgends in der Bibel fand ich eine andere Stelle, wo sich jemand vor Gott „hinsetzte“. In der Regel warfen sich die Gläubigen vor Gott flach auf den Boden oder knieten nieder. Es ist, als wäre hier David so überwältigt, dass er einen Moment gewissermaßen die Anstandsregeln vergisst – und sich vor Gott hinsetzt: Wer bin ich, Herr? Was habe ich geleistet, dass ich das verdient hätte? Und wie sollten meine Nachkommen dies verdient haben?
Niemand weiß so gut, wie zerbrechlich wir sind, außer wir selbst. David ist überwältigt von der Gnade, von der sich verschenkenden Liebe Gottes. Das sind die Momente, die unserem Leben Halt, Tiefe und Zukunft geben.
Die wirklich bedeutsamen Ereignisse unseres Lebens sind nicht die spektakulären und lauten Augenblicke des Sieges, der Anerkennung und des Jubels. Wenn wir, ohne es verdient zu haben, geschätzt, geliebt und mit Treue und Freundschaft beschenkt werden – diese Erfahrungen machen ein Leben wahrhaft reich.
Ich wünsche uns heute, gerade diese Augenblicke bewusster zu erleben und dankbar und staunend Gott darin zu erkennen.

Gabriele Baur / © Advent-Verlag Lüneburg – mit freundlicher Genehmigung

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