Friday, July 30, 2010

Hiob 33,13.14

Januar 28, 2009 von ALT  
Gespeichert unter Andacht

Was hast du ihm denn letztlich vorzuwerfen? Dass er zu allen deinen Fragen schweigt? Gott redet doch! Er tut es immer wieder, mal sanft, mal hart -man achtet nur nicht drauf! Hiob 33,13.14 (Gute Nachricht Bibel)
Hiob ist zum Urbild des Leidenden geworden. Sein tiefster Schmerz war das Gefühl, von Gott verlassen zu sein. Hiob war darüber kein Atheist geworden, doch wenn Gott einfach nicht antwortet, stumm bleibt, dann mag er zwar da sein, aber für Hiob war er wie tot. Elihu will seinen Freund Hiob davon überzeugen, dass er nicht im Recht ist, Gott immer wieder spricht und es an ihm liegt, wenn er ihn nicht hört.
Nun gibt es in der Bibel zwar die Ausnahme unmittelbarer Gottesbegegnung, doch im Allgemeinen können wir ihn nicht sprechen hören und auch nicht sehen. Er schickt uns Boten, spricht in Zeichen – oft kleinen, alltäglichen Ereignissen, die für uns schon selbstverständlich geworden sind. Häufig liegt es an unserer Unaufmerksamkeit, dem stressigen Lebensstil oder der inneren Zerstreutheit, wenn wir solches „Reden Gottes“ nicht mehr wahrnehmen.
Jesaja spricht im Kapitel 45,15 von einem verborgenen Gott: „Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland.“ Diesen „verborgenen“ Gott kennen wir alle viel zu gut. Es scheint dann, als habe sich eine schwarze Wolkenwand zwischen Gott und uns geschoben. Tatsächlich aber ist uns Gott gerade in solchen Lebenslagen ganz besonders nahe. Das wirkliche Alleinsein, das absolute Getrenntsein von Gott, hat nur Jesus am Kreuz, kurz vor seinem Tod, durchlitten.
Was tun wir in solchen Lebenszeiten, wenn wir uns vollkommen von Gott verlassen fühlen? Es hilft oftmals, mit vertrauten Menschen, die uns und auch dieses Gefühl sehr gut kennen, darüber zu sprechen, mit ihnen zu beten. Ein Rückzug in die Stille, hin zu Gottes Wort, kann ebenfalls sehr hilfreich sein. Wir finden in der Bibel eine Vielzahl von Verheißungen, in denen uns Gott und Jesus ihre Nähe und Gegenwart versprechen: „Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20b GNB)
Wir können uns der Zusage, dass uns nichts von der Liebe Gottes trennen kann, sicher sein. Die Spannung wird sich langsam lösen, der Druck wird mehr und mehr nachlassen und wir werden Gott von Neuem erfahren können.

Dieter Leutert / © Advent-Verlag Lüneburg – mit freundlicher Genehmigung

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