Jesaja 43,4
15. Februar 2009
Weil du in meinen Augen so wertgeachtet und auch herrlich bist und weil ich dich lieb habe. Jesaja 43,4
Über diese drei Zusagen Gottes können wir uns nur immer wieder wundern und staunen. Was macht uns denn in Gottes Augen so wertvoll? In allen biblischen Büchern stoßen wir ständig auf Aussagen unserer Verlorenheit und Sündhaftigkeit. „Herr, was ist schon der Mensch, dass du dich seiner annimmst, und des Menschen Kind, dass du ihn so beachtest? Ich doch der Mensch gleich wie nichts, seine Zeit fährt dahin wie ein Schatten.“ (Ps 144,3.4) Paulus bescheinigt uns: „Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit verloren, die Gott ihnen zugedacht hat.“ (Rom 3,23, wörtliche Übersetzung)
Solche Urteile Gottes über die Vergänglichkeit und Verlorenheit aller Menschen ließen sich endlos fortsetzen. Nein, wir sind nicht liebenswert und schon gar nicht herrlich. Auch Israel war es nicht. In demselben Kapitel, in dem unser Andachtswort steht, heißt es in Vers 24: „Mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten.“
Wie kann ich denn nun begreifen, dass ich trotzdem in Gottes Augen „wertgeachtet und herrlich“ bin? Gott selbst gibt mir die einzigartige und eindeutige Antwort: „Weil ich dich lieb habe.“ Allein Gottes Liebe, die seinen Sohn als Lösegeld für alle Menschen geopfert hat, bestimmt unseren Wert in den Augen Gottes. Darum versichert er seinem Volk: „Ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ (Jes 43,1) Jesus hat das im Gleichnis so einzigartig geschildert: Zerknirscht erklärt der verlorene Sohn bei seiner Heimkehr: „Vater, ich habe gesündigt … ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße.“ (Lk 15,21) Aber der Vater scheint das gar nicht gehört zu haben und überschüttet den „Verlorenen“ mit Zeichen seiner Liebe. „Die Liebe Gottes liebt nicht das Liebenswerte, sondern sie schafft das Liebenswerte.“ (Martin Luther) Wir lieben, was uns wertvoll erscheint.
In Gottes Augen sind wir wertvoll, weil er uns liebt. Das ist „Evangelium“, der Kern der „guten Botschaft“. Augustinus hat im Blick auf Gott gesagt: „Weil Gott das Nichtliebenswerte liebt, machst du mich liebenswert.“ Lassen wir uns von Gottes Zusagen überzeugen? Seine Liebe gibt uns unseren Wert! Das allein zählt.
Joachim Hildebrandt






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