Tuesday, September 7, 2010

Das leere Grab oder “Die Wette des Pascal”

April 6, 2009 von ALT  
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schoschantonAtheisten und Agnostiker machen seit einigen Monaten mobil. Den Startschuß gab zweifelsohne das Buch von Richard Dawkins „Der Gotteswahn“, das seit Herbst 2007 die Bestsellerlisten erstürmte. In einem Interview bekannte dann aber der streitbare Atheist: „Gott existiert nicht – zu 98 Prozent“. Selbst wenn das so wäre, zwei Prozent Restrisiko sind auch fatal.

Blaise Pascal (1623-1662) ein französischer Mathematiker war ein großer Philosoph, der seinerzeit Grundprinzipien des logischen Denkens aufstellte, die noch heute ihre Gültigkeit haben. Die moderne und nach wie vor beliebte Lernsprache für Computer ist nach ihm benannt – Pascal. Und dieser große Geist hat die Wahrscheinlichkeit der Gottesexistenz auf faire 50:50 beziffert. Seine Gedankenführung ging unter dem Namen „Die Pascal-Wette“ in die Geschichte ein.

Es ist ganz einfach. Pascal sagte: „Gott ist oder er ist nicht“. Wenn der Mensch glaubt und sein Leben nach Gott und dessen Wort richtet, hat er nach dem Tod alles gewonnen, d. h. das ewige Leben. Gibt es Gott jedoch nicht, hat er nichts verloren. Umgekehrt verliert jemand, der nicht glaubt, nach seinem Tod alles, wenn es Gott gibt und andererseits nichts, wenn es ihn nicht gibt. An Gott glauben, ist sicherer.

Blaise Pascal spricht vom Glauben, nicht von Religion – wohlgemerkt!

Wenn Dawkins und seine Mitstreiter gegen Gottesglauben in die „Geistesschlacht“ ziehen, dann differenzieren sie nicht. Das ist wie bei Boulevard, es ist die Stunde des Säbels und nicht des Floretts. Der Glaube wird mit den real existierenden Religionen und ihrer Vermischung mit der Politik um der Machtwillen gleichgesetzt. Und da gibt es keinen Unterschied, ob es in Iran, Pakistan, Nordirland oder Gaza-Streifen geschieht.

Fast, so scheint es, muss man Lenin posthum recht geben, wenn er einen Gedanken Karl Marx‘ ableitend, formuliert: „Religion ist Opium fürs Volk!“. Wenn das nur so wäre, wäre es schon schlimm genug. Aber es ist viel schlimmer! Es spricht vieles dafür, dass heute die Religion zum Gift für den Glauben mutierte. Religionen führten und führen Kriege, tief gläubige Menschen, Menschen, die eine lebendige Beziehung zu ihrem Schöpfer pflegen und nicht zu Dogmen und Institutionen, sie führen keine Kriege.

Jesus starb am Kreuz, weil er den Menschen die Wahrheit sagte, diese vor lebte und die Menschen liebte. Damit stellte er die Machtfrage gegenüber dem religiösen Establishment seiner Zeit. Logisch, dass sie ihn irgendwie los werden mussten. Das ist heute nicht anders. So gesehen, hat sich in den letzten 2000 Jahren nicht viel bis nichts verändert.

Weil aber weder Hass noch Tod die Liebe aufhalten können, war Jesu Grab am Ostermorgen leer. Sicher? Laut Pascal mindestens zu 50 Prozent. Und auch die restlichen zwei Prozent nach Dawkins, sind immer noch eine gute Quote zum ewigen Leben.

Anton Schosch, Herausgeber TENDENZEN, Nürnberg

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