Die systemische Struktur der Kirche [Gemeinschaft der Gläubigen]
Mai 22, 2009 von Martin Haase
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Die Art, wie Gott unseren Körper entworfen hat, ist als Modell für das Zusammenleben in der Kirche [Gemeinschaft] zu verstehen.
Veranschaulicht wird dieses Modell im ersten Brief des Paulus an die Korinther:
Kapitel 12, 26.27 nach der Elberfelder Übersetzung (4. Auflage, 1983): „Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; oder wenn ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit. Ihr aber seid Christi Leib, und Glieder insonderheit.“
Durch die Verbindung von „Leib“ und „Glieder“ wird die unzertrennliche Wechselwirkung und gegenseitige Abhängigkeit des kirchlichen, von Gott eingesetzten, Systems deutlich. Die Kirche [Gemeinschaft der Gläubigen] ist ein wahrgenommenes Ganzes, dessen Elemente [Glieder] zusammenhängen, weil sie einander gegenseitig im Laufe der Zeit beeinflussen und auf ein gemeinsames Ziel hinwirken.
Jeder Teil [jedes Glied] ist abhängig von den anderen Teilen [Gliedern]. Insofern ist es systemisch konsequent, dass bereits das Denken des Einzelnen eine Wirkung auf das Ganze hat. Dabei liegen Ursache [Gedanke, Handeln] und Wirkung in Raum und Zeit nicht unbedingt eng beieinander.
Die wechselseitigen Abhängigkeiten eröffnen eine breite Palette von Handlungsmöglichkeiten mit jeweils unterschiedlicher Wirkung. Das ist das wirklich faszinierende am Modell „Kirche“. Es ist daher notwendig zu begreifen, zu welchen Konsequenzen das Handeln der „Glieder“ in anderen Systembereichen [Kirchenbereichen] führt. Zur Kunst des Systemdenkens gehört, dass man lernt, die indirekten Folgen und Kompromisse zu erkennen, die mit der ausgewählten Aktion verbunden sind.
(Auszug: LeadSheet #0076 by Martin Haase)

