9. Februar 2012

Römer 8:38

Ich bin überzeugt: Nichts kann uns von seiner Liebe trennen. Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder unsere Ängste in der Gegenwart noch unsere Sorgen um die Zukunft, ja nicht einmal die Mächte der Hölle können uns von der Liebe Gottes trennen. Römer 8,38 (Neues Leben)

Der bekannte Soziologe Ulrich Beck bezeichnet in seinem Hauptwerk die heutige Zeit als „Risikogesellschaft – auf dem Weg in eine andere Moderne“.

„Risiko“ – nur ein beliebtes Gesellschaftsspiel? Oder eine Quiz-Sendung im Fernsehen? Ein gewagtes Überholmanöver vor einer Straßenkurve? Das Gefühl, das Börsen-Spekulanten antreibt? Oder ist das allgemeine Lebensrisiko vielmehr unabwendbarer Bestandteil menschlicher Existenz? Einerseits wollen wir Risiken vermeiden. Andererseits weiß jeder Unternehmer: Nur wer wagt, gewinnt. Es gibt ja auch Chancen, nicht nur Risiken.

Die Ursache des Risikos liegt in der Ungewissheit des Zukünftigen. Jede Entscheidung, aber auch das nicht Entscheiden, ist mit Risiken verbunden. Risiko übernehmen bedeutet, unter der Unsicherheit einer möglichen Fehlentwicklung zu handeln und bei ihrem Eintritt die nachteiligen Folgen zu tragen. Also: Egal, was wir tun oder nicht tun, das Risiko bleibt.

Was hilft uns nun trotzdem zu leben – auch wenn (Lebens-)Risiken nicht vermieden werden können? Der Glaube stellt dem Risiko ein „Trotzdem“ entgegn. Was bedeutet nun also der Glaube, fragt der Schreiber des Hebräerbriefes und antwortet: „Er ist das Vertrauen darauf, dass das, was wir hoffen, sich erfüllen wird, und die Überzeugung, dass das, was man nicht sieht, existiert.“ (Hbr 11,1 NL)

Glaube ist Vertrauen auf Gott. Vertrauen kann die Ungewissheit überwinden. Glaube an Gott schafft Gewissheit in einer Welt der Ungewissheit. Gewissheit macht dem Gläubigen Mut. Mut, trotz aller Risiken zu leben. Glauben hilft wagen. Die Grundlage für den Mut zum Leben ist die Gewissheit, nicht tiefer fallen zu können als in Gottes Hand. Es ist die Gewissheit in einer Welt voller Risiken, dass uns nichts von Gottes Liebe und Jesus Christus trennen kann.
Vater, schenke uns heute wieder Mut für die Herausforderungen des Alltags.

Jan Lischek / © Advent-Verlag Lüneburg – mit freundlicher Genehmigung

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