Failing Forward
März 22, 2001 von Martin Haase
Gespeichert unter Literatur
John C. Maxwell, Failing Forward, Turning Mistakes Into Stepping Stones For Success, Thomas Nelson Publishers, Nashville, Tennessee, USA, 2000, 209 Seiten, 19,99 $
Autor
Dr. John C. Maxwell, geb. 1947, ist Pastor und Leadership Experte. Er ist Gründer der JNJOY Group (1985), einer Organisation, die es als ihren Auftrag ansieht, Menschen bei der Entfaltung ihrer persönlichen Fähigkeiten und ihres Führungspotententials zu begleiten.
Maxwell ist Autor von über zwanzig Büchern (u.a. The 21 Irrefutable Laws of Leadership, das die Bestsellerlisten der New York Times und des Wall Street Journals anführte) und ein erfolgreicher Redner. Seit kurzer Zeit ist er im Ruhestand.
Inhalt
Warum erreichen manche Menschen trotz schwieriger Umstände ihre Ziele, während andere Menschen an ihren Schwierigkeiten scheitern? Ist es Zufall, Glück, Segen oder Schicksal? Warum stehen einige immer wieder auf, während andere resigniert aufgeben?
Sind die Erbanlagen, die Erziehung, die Chancen, die finanziellen Polster, der Einsatzwille oder die persönliche Integrität dafür verantwortlich?
Maxwell behauptet, diese Faktoren spielen nur eine untergeordnete Rolle. Maxwell entfaltet in seinem Buch die These:
Der Unterschied zwischen einem durchschnittlichen Menschen und einem erfolgreichen Menschen liegt in der unterschiedlichen Bewertung von Misserfolgen und der unterschiedlichen Reaktion auf Niederlagen.
Maxwell vermutet, dass es dem Leser so wie ihm selber ergangen ist: In der Schule und an der Uni wird allerhand Wichtiges vermittelt, aber niemand zeigt einem, wie man aus Fehlern und Misserfolgen Erfolge macht. So ist das Leben vieler Menschen von der Angst vor Fehlern gelähmt.
Aber genau das Gegenteil unterscheidet Gewinner von Durchschnittmenschen und Verlierern. Denn die Frage ist nicht, ob wir im Leben Problemen begegnen, sondern wie wir sie mit Perspektive überwinden können.
In fünfzehn Schritten zeigt Maxwell, wie dieser Lernprozess erfolgreich sein kann. Er bringt seine Erfahrungen und Beobachten klar und pfiffig formuliert auf den Punkt:
Lerne Misserfolge neu zu definieren; Verbinde ICH niemals mit Misserfolgen; Reduziere Deine Angst und tu etwas. Überwinde Fehler indem du Verantwortung übernimmst; Verabschiede dich von Gestern; Wer keine Fehler macht, bleibt unter seinem Limit; Es gibt keinen großen Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg, Pack an, übertreffe dich, bleib dran (etc.).
Jede Stufe zur Überwindung von Rückschlägen garniert Maxwell mit Berichten aus dem Leben erfolgreiche Menschen aus Politik, Sport und Wirtschaft, die durch die Überwindung ihrer Misserfolge lernten, erfolgreich zu sein. Durch gezielte persönliche Fragen werden sowohl der Verstand als auch die Emotionen des Lesers angesprochen.
Fazit
John Maxwell gelingt es, den Leser ganzheitlich herauszufordern und zu ermutigen. Besonders gut haben mir die klare Gliederung und die authentischen Berichte aus dem Leben erfolgreicher Menschen gefallen. Failing Forward ist kein Buch für den schnellen Leser, obwohl es sich flüssig und leicht lesen lässt. Wer sich Zeit für seine Gefühle und die Übertragung auf sein eigenes Leben nimmt, dem kann das Buch ein „lebenslanger Begleiter” auf dem Weg zu mehr Gelassenheit bei gleichzeitigem kraftvollen Engagement sein.
Maxwell wendet sich gegen eine pessimistische Lebenshaltung. Er glaubt an die Kraft positiver Einstellungen. Auch wenn Maxwell nur an wenigen Stellen konkret auf die Bibel Bezug nimmt, ist das ganze Buch von einer biblischen Grundhaltung durchzogen. Ich finde es erfrischend, wie Maxwell durch biblische Prinzipien auf eine faszinierende und lebensverändernde Art säkulare Menschen zur Veränderung ermutigt.
Trotz dieser herausfordernden und frei machenden Sicht, das Leben durch die (veränderte) Einstellung zu Fehlern und den Umgang mit Fehlern positiv zu verändern, bleibt immer noch offen, warum einige Menschen sich dieser Veränderung stellen und andere (dennoch) nicht aus ihren Fehlern (trotz des Lesens dieses Buches) lernen können –oder vielleicht doch nicht wollen? Wird die Bedeutung von Vererbung, Erziehung und Lebenschancen nicht doch zu gering bewertet? Müssen alle Menschen „erfolgreich” sein? Sind alle Menschen auch gleichzeitig unzufrieden, wenn sie nicht alle ihre Potentiale nutzen? Gibt es nicht auch eine Zufriedenheit in Genügsamkeit?
Failing Forward – eine empfehlenswerte Lektüre und eine Herausforderung, die persönlichen Fähigkeiten und die Leadership Potentiale zur Entfaltung zu bringen.
Es gibt keinen großen Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg – pack an, übertreffe dich, und bleib dran.
Klaus-J. van Treeck, Bremen, den 22.03.01

