Wachstum
10. Dezember 2009
von Roland Nickel
„Wachstum“ ist das Zauberwort in der Krise. Nur erneutes Wachstum, so meint man, könne die Krise überwinden. Es gäbe weniger Arbeitslose, der Staat würde mehr Steuern einnehmen und könnte seine Schulden zurückzahlen, schließlich würde dadurch auch der Wohlstand für alle steigen. Wachstum ist das Schmiermittel der Marktwirtschaft. Ohne Wachstum funktioniert das ganze System nicht, kann die Wirtschaft nicht am Laufen gehalten werden. Deswegen haben Politiker Angst vor dem sogenannten Minus-Wachstum. Gemessen wird das Wachstum an der Veränderung des Bruttoinlandsproduktes (BIP). „Das BIP stellt den nominellen Wert aller im Inland erzeugten Endprodukte und Dienstleistungen während eines Jahres dar.“1 Da das BIP am Geldwert Lesen Sie weiter
Unerträgliche Verunglimpfung
15. September 2009
von Dr. Dr. Matthias Dorn
Wissenschaftliche Diskussionen können durchaus leidenschaftlich geführt werden. Dreht es sich bei diesen Diskussionen meist um Fakten, Theorien oder andere Aussagetypen, so ist die emotionslose Nüchternheit durchaus nicht Standard. Das wundert nicht, denn es sind ja Menschen, die diese Diskussionen führen, und die haben Beziehungen zu ihren wissenschaftlichen Arbeiten, zu ihren wissenschaftlichen Grundlagen, die nicht selten auch die Basis ihrer ökonomischen und sozialen Lebensgrundlage bilden.
So verständlich es also ist, wenn es auch im Seminar einmal “hoch hergeht”, so unverständlich – und inakzeptabel – ist es, wenn nun Prof. Richard Dawkins in seinem neuesten Buch “The greatest Show on earth” behauptet, dass Kreationisten mit Holocaust-Leugnern auf eine Stufe zu stellen seien, da sie beide historische Tatsachen leugneten. Lesen Sie weiter
Paneuropäischer Jugendkongress: Es gibt [nichts] Neues unter der Sonne
14. August 2009
Kommentar von Martin Haase
Mein Falkplan von München, Auflage 52 mit Aktualitäts-Siegel, weist das Gelände als Flughafen München Riem aus, das Navigationssystem in meinem Auto leitete mich allerdings sicher zum Internationalen Congress Center München. Ich war also dabei, vom 5. – 9. August 2009, beim 2. Paneuropäischen Kongress der Adventjugend. Und es hat mir richtig gut getan! 1967 erlebte ich in Wien meinen ersten Internationalen Kongress der Adventjugend und in diesem Sommer meinen ersten Jugendkongress in Deutschland.
Vor mir liegt ein Magnetonband der Firma Agfa. Auf 270 m ist darauf der Sabbatgottesdienst aufgezeichnet und die Predigt von Pastor E. L. Minchin kenne ich auch vier Jahrzehnte später noch auswendig. „Wachet“ – „Veillez“ – „Watch“ – Angesichts der bevorstehenden 68er Kulturrevolution hatte das damalige Kongressmotto geradezu prophetischen Charakter. Lesen Sie weiter
Die systemische Struktur der Kirche [Gemeinschaft der Gläubigen]
22. Mai 2009
Die Art, wie Gott unseren Körper entworfen hat, ist als Modell für das Zusammenleben in der Kirche [Gemeinschaft] zu verstehen.
Veranschaulicht wird dieses Modell im ersten Brief des Paulus an die Korinther:
Kapitel 12, 26.27 nach der Elberfelder Übersetzung (4. Auflage, 1983): „Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; oder wenn ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit. Ihr aber seid Christi Leib, und Glieder insonderheit.“
Durch die Verbindung von „Leib“ und „Glieder“ wird die unzertrennliche Wechselwirkung und gegenseitige Abhängigkeit des kirchlichen, von Gott eingesetzten, Systems deutlich. Die Kirche [Gemeinschaft der Gläubigen] ist ein wahrgenommenes Ganzes, dessen Elemente [Glieder] zusammenhängen, weil sie einander gegenseitig im Laufe der Zeit beeinflussen und auf ein gemeinsames Ziel hinwirken.
Jeder Teil [jedes Glied] ist abhängig von den anderen Teilen [Gliedern]. Insofern ist es systemisch konsequent, dass bereits das Denken des Einzelnen eine Wirkung auf das Ganze hat. Dabei liegen Ursache [Gedanke, Handeln] und Wirkung in Raum und Zeit nicht unbedingt eng beieinander. Lesen Sie weiter
Wendungen über Glauben und Bratkartoffeln
28. April 2009
„Dieser Kaktus blüht nur im April. Man darf ihn nicht anrühren, nicht drehen – nichts! Einfach warten, bis sich die Handteller große Blüte entfaltet und zu duften beginnt. Einen Tag lang will ich sie bewundern und ihren Anblick genießen. Ich habe der ganzen Familie eingeschärft, den Kaktus nicht anzurühren. Ich habe sie davor gewarnt, die Putzfrau heran zu lassen, die heute kommen sollte. Als ich nach Hause komme, haben sie Fenster geputzt und die Pflanzen weggestellt. Jetzt blüht er nicht mehr.“ Und er weinte bitterlich. Ich beruhigte ihn, das sei mit Bratkartoffeln auch so.
In meiner Familie brate ich die Kartoffeln. Sie alle konzedieren, dass die Kartoffeln aus ganz ungeklärten Gründen bei mir gut gelingen. Wenn es eine grüne Hand für Pflanzen gibt, hätte ich eine für Bratkartoffeln. Sie mokieren sich seit langem, dass ich die Kartoffeln lieber in Stücke schneide, nicht in Scheiben. Ich werde nervös, wenn sie in die Nähe der Pfanne kommen, und ich werde wütend, wenn sie die Hand ausstrecken, die Pfanne zu berühren. Es ist besser, die Pfanne zu bewachen und niemanden in die Nähe zu lassen. Bloß nicht in den Keller gehen, um Rama raufzuholen! „Du, die Kartoffeln stehen da ohne Aufsicht auf dem Herd, da habe ich sie vorsichtshalber gewendet.“ Eine Katastrophe!
Warum? Lesen Sie weiter
Das leere Grab oder “Die Wette des Pascal”
6. April 2009
Atheisten und Agnostiker machen seit einigen Monaten mobil. Den Startschuß gab zweifelsohne das Buch von Richard Dawkins „Der Gotteswahn“, das seit Herbst 2007 die Bestsellerlisten erstürmte. In einem Interview bekannte dann aber der streitbare Atheist: „Gott existiert nicht – zu 98 Prozent“. Selbst wenn das so wäre, zwei Prozent Restrisiko sind auch fatal.
Blaise Pascal (1623-1662) ein französischer Mathematiker war ein großer Philosoph, der seinerzeit Grundprinzipien des logischen Denkens aufstellte, die noch heute ihre Gültigkeit haben. Die moderne und nach wie vor beliebte Lernsprache für Computer ist nach ihm benannt – Pascal. Und dieser große Geist hat die Wahrscheinlichkeit der Gottesexistenz auf faire 50:50 beziffert. Seine Gedankenführung ging unter dem Namen „Die Pascal-Wette“ in die Geschichte ein. Lesen Sie weiter
Unsinn ist eine Abart von Sinn – und nicht umgekehrt!
22. März 2009
Unsere Gesellschaft hat sich seit langem an ein Denken gewöhnt, dessen Wesen und Konsequenzen wenig oder gar nicht bekannt sind: Wir vertauschen die Begriffe!
Wir genießen die Vorzüge einer im Wesentlichen frei organisierten Gesellschaft, können reisen, wohin auch immer wir wollen, pflegen den von uns bevorzugten Lebensstil und gestalten unser Lebensumfeld ausschließlich nach unseren eigenen Wünschen – unabhängig davon, ob diese Entwürfe richtig oder falsch, gut oder schlecht, förderlich oder abträglich sind. Dabei braucht man gar nicht an die Spaßgesellschaft zu denken. Dass diese oberflächlich und kein ernstzunehmender Ansatz war, wurde jedem klar, der nur etwas über die Hutkrempe hinausdachte. Lesen Sie weiter





